Wer sind eigentlich die Menschen hinter KEBAP? Ab sofort stellen wir in lockerer Reihenfolge eine Person aus dem Projekt vor – denn es gibt so viele wunderbare Menschen hier, deren Geschichten ansteckend wirken, motivieren oder einfach Lust machen, selbst mitzumachen.

Elf Fragen an Patrick Huxoli, 37, Gärtner bei KEBAP

Wie bist du zu KEBAP und zu deinem Job als Gärtner gekommen?
Von dem Projekt und der Möglichkeit des gemeinsamen Gärtnerns habe ich Anfang letzten Jahres erfahren und schon ein bisschen mitgearbeitet. Den Ort und die Menschen kannte ich also bereits.
Als die Gärtnerstelle dieses Jahr frei wurde, habe ich dann die Chance genutzt.

Was hat dich motiviert, in einem Verein wie KEBAP aktiv zu sein. Gibt es eine persönliche Verbindung zu den Themen Integration, Gemeinschaft und Nachhaltigkeit?
Ich war schon immer an zukunftsorientierten Projekten interessiert, die offen für neue Menschen und Impulse sind. Und Nachhaltigkeit wird auch in Zukunft ein großes Thema bleiben.

Was machst du hauptberuflich?
Ich bin Friseur.

Was ist das genau für ein Garten, um den du dich kümmerst?
Unser Stadtgarten ist kunterbunt bepflanzt und dient den Nachbar:innen als Ruheort. Wenn wir samstags fleißig angebaut haben, wird am Ende gern mal ein Salat geschnippelt und bei einem Kaltgetränk geplaudert. Dabei planen wir oft die nächsten Vorhaben.
Zusätzlich arbeiten wir mit Schulen zusammen und bringen Kindern und Jugendlichen das Gärtnern und Naturkreisläufenahe. Das reicht vom Säen bis zur Ernte von Gemüse, Kräutern und Beerenobst und den passenden thematischen Ausflügen und Workshops dazu: Erde, Kompost, Biogaserzeugung, Energie, Wasser, Tiere in der Stadt und vieles mehr.Und nicht nur die Kids fanden unseren Bienenworkshop letzte Woche höchst interessant.

Nach welchen Prinzipien wird der Garten bewirtschaftet? 
Wir arbeiten
möglichst nach den Prinzipien der Permakultur, achten also zum Beispiel auf samenfestes Saatgut und darauf, welche Pflanzen gern zusammen wachsen und sich gegenseitig schützen. Das Beikraut lassen wir gern mal stehen. Das hat den Vorteil, dass der Boden durch den dichten Bewuchs länger feucht bleibt. Mir persönlich ist wichtig, dass auf und um das KEBAP-Gelände herum mehr Pflanzenvielfalt entsteht, damit Insekten und Vögel sich weiterhin bei uns wohlfühlen und wir einen Beitrag zur Biodiversität leisten.

Wie hat man sich den Job eines Gärtners in einem Gemeinschaftsgarten wie dem von KEBAP vorzustellen? Was genau sind deine Aufgaben?
Als Gärtner bei KEBAP kümmere ich mich hauptsächlich um die Grundstückspflege und organisiere die Arbeiten in der
jeden Samstag unterschiedlich besetzten Gartengruppe; dazu gehört z.B. auch die alljährliche Reparatur der Hochbeete. Ich mache mir Gedanken zur Gartenplanung, also was wann wohin gepflanzt wird, und dokumentiere das.

Was freut dich als Gärtner bei deiner Arbeit am meisten?
Ich mag die Zusammenarbeit mit den anderen Menschen und liebe es, wenn der Zufall mitspielt und zum Beispiel neben dem Kompost eine Kürbispflanze wächst, um die wir uns dann kümmern dürfen.

Worauf legst du großen Wert bei der gemeinsamen Gartenarbeit?
Bei der Gartenarbeit in
der Gruppe ist es mir wichtig, dass wir einander achten und zuhören. Und dass wir über Dinge, die gerade anstehen, gemeinsam abstimmen. Schön finde ich es, wenn wir alle erfüllt und mit dreckigen Händen in unseren Alltag zurückkehren.

Welche Herausforderungen bringt die Gartenarbeit mit sich – saisonal, organisatorisch und im Umgang mit den Aktiven vor Ort?
Eine große Herausforderung stellen die trockenen Sommer dar. Da müssen wir ordentlich gießen, und es fehlen manchmal die helfenden Hände, weil nicht immer jede
*r Zeit hat, einen Gießdienst zu übernehmen. Auch das Thema Wasserreserven wird uns in naher Zukunft beschäftigen. Die Gartengruppe selbst ist eine offen kommunizierende Gruppe sehr unterschiedlicher Menschen. Bei uns sind so ziemlich alle Altersklassen und Nationalitäten vertreten.

Ein Verein hat in der Regel nur sehr begrenzte Geldmittel. Wie gelingt es, mit wenig Geld oder alten Materialien gute Ergebnisse im Garten zu erzielen?
Da fallen mir spontan die Europaletten ein, die wir als Sachspende von einem benachbarten Unternehmen erhalten. Daraus kann man super Hochbeete bauen. Oder die kleinen Holzschilder an den Beeten, auf die wir mit bunter Farbe die Namen der Gemüsesorten malen. Die sind aus alten Holzresten gefertigt. Wir versuchen generell, alles wieder zu verwenden, und man kann sich hier sehr kreativ ausleben, weil es nicht um die perfekte Optik geht. 

Wie sieht der KEBAP-Garten deiner Träume aus?
Der perfekte Garten steht natürlich auf dem Dach des Bunkers und hat ein großes Gewächshaus. 


Interview: Maren Preiß

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