Wer sind eigentlich die Menschen hinter KEBAP? Ab sofort stellen wir in lockerer Reihenfolge eine Person aus dem Projekt vor – denn es gibt so viele wunderbare Menschen hier, deren Geschichten ansteckend wirken, motivieren oder einfach Lust machen, selbst mitzumachen.

Die „Do it yourself“-Frau
Karin leuchtet, innen wie außen. Wer unsere KEGA-Vorständin im Garten sucht, der halte nach Knallfarben Ausschau, alternativ nach ihrem ansteckenden Lachen. Ihr Humor macht graue Tage bunt, und ihre Tatkraft ist ansteckend.

Karin ist seit 2020 bei KEBAP dabei, mitten in der Pandemie sei ihr damals die Decke auf den Kopf gefallen. Eine Freundin habe ihr von dem Projekt erzählt, schnell war sie von der Vision dieses gemeinwohlorientierten Bürger-Kultur-Energie-Projekts begeistert. Ein halbe Jahr später schon saß sie im Vorstand der KEGA, der Energiegenossenschaft des Projekts. Mittlerweile haben KEBAP und KEGA einen festen Platz in ihrem Leben eingenommen. „Der Garten ist mein erweitertes Wohnzimmer. Ich liebe es, mitten in der Stadt draußen sein zu können“, erzählt sie.

Bei KEBAP hat sie mit anderen zusammen die AG Bildung gegründet und vermittelt im Rahmen von StadtNaturKind Schulklassen und Kitagruppen Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE). Dafür wurde KEBAP in diesem Jahr NUN-zertifiziert. 

Als ich sie frage, wo sie fotografiert werden möchte, kommt die Antwort prompt: „Vor dem Kompostklo“ – eines von Karins Herzensprojekten. Den Schulkindern Aufbau und Nutzen einer Kompost-Trenntoilette zu erklären, ist ihr das größte Vergnügen. „Holy shit ist mein Thema“, sagt sie. „Daran kann man Schüler:innen ganz viel Wissen vermitteln: über die Kreisläufe der Natur zum Beispiel oder über ressourcenschonendes Verhalten.“ Jeder Gang aufs Kompostklo spare 6 bis 7 Liter Wasser, denn so viel verbraucht die normale Spülung. 

Ob sie schon als Kind Urzeitkrebse aus dem „Yps“-Heft gezüchtet hat, muss an dieser Stelle offen bleiben. vorstellen kann man es sich jedenfalls. Denn Dinge mit einer großen Neugier zu erforschen, mit dem Ziel, sie in ihrer Tiefe zu verstehen, ist für Karin eine Form der Weltaneignung. Das gilt auch für den geplanten Umbau eines Teils des Bunkers zu einer Zentrale nachhaltiger Energiegewinnung. „Ich finde den Gedanken reizvoll, morgens unter der Dusche zu stehen und zu wissen, dass die Wärme des Duschwassers in meiner Nachbarschaft regenerativ erzeugt wird. Auch die Bürgernähe gefällt ihr. Die Vorstellung, dass ich als Genossin in gewisser Weise an der Wärmeerzeugung meines Duschwassers beteiligt bin, fasziniert mich. Es ist ein bisschen so, als würde ich mein eigenes Feuer machen.“

1993 kam Karin nach Hamburg, um an der Hochschule für bildendende Künste zu studieren. Installationen, Foto, Film, die Konzeption von interaktiven Räumen – zwischen diesen Polen schuf sie ihre Werke, Stipendien führten sie nach Brasilien und Frankreich.

Heute ist sie vor allem im filmischen Bereich tätig und arbeitet als Film- und Kunstvermittlerin in der Hamburger Kunsthalle, im Kunstverein Springhornhof und in der Kurzfilmschule Hamburg.

Ein Merkmal ihrer Arbeit ist der partizipative Ansatz. „Gemeinsames Arbeiten ist meine Präferenz“, sagt sie, als wir uns im Bauwagen zum Gespräch treffen. Menschen zusammenzubringen, um gemeinsam etwas Sinnvolles und Schönes zu erschaffen, davon profitieren nicht nur die genannten Institutionen, auch KEBAP kommt dieses Talent zugute. „Der Verein ist ein riesengroßer Abenteuerspielplatz für Erwachsene“, sagt sie und lacht ihr einnehmendes Karin-Lachen. In regelmäßigen Abständen veranstaltet sie das Bunkerkino, wo sie mit ihrem KEBAP-Kollegen Claus Kienle künstlerische Filmarbeiten zeigt. 

Ein anderes Signature-Werk von Karin ist das Biogasprojekt, das sie Anfang des Jahres ins Leben gerufen hat. Zusammen mit Tania Lauenburg von der altonale und Axel Dürkop von WATTwanderungen in Hamburg sowie Mitgliedern aus Verein und Genossenschaft wurde auf dem KEBAP-Gelände eine Biogasanlage gebaut. Karin schaffte Gemüsereste und Kuhdung herbei und überwachte die Gasproduktion, die am Ende unter der erwarteten Menge und Methan-Sättigung blieb, aber die Idee eines gemeinsamen BioGAS(t)mahls nicht vereiteln konnte. Ein freundlicher Biogasbauer aus Stelle und die Zinnwerke aus Wilhelmsburg halfen aus und spendeten zwei Säcke Biogas. Damit wurde auf der Christianswiese in Altona aus geretteten Lebensmitteln ein BioGAS(t)mahl veranstaltet. 

Auch dieses Projekt möchte Karin als Bildungsprogramm verstanden wissen. „Es geht uns darum, gemeinsam eine Idee umzusetzen, Wissen und Erfahrungen zu teilen und gemeinsam zu lernen. Ziel ist es, möglichst viele Menschen aus der Nachbarschaft für das Thema Biogasanlage zu begeistern, die uns aus unserem eigenen Bioabfall Biogas liefert, um damit gemeinsam ein leckeres Essen für uns zu kochen.“ Der Demo-Umzug in Form eines Almauftriebs, mit der Kuh als Symbol für Biogas, vom Bunker bis zur Festwiese, mit riesengroßen Biogassäcken auf dem Rücken und hochgehaltenen Bannern („Holy shit“) ist in das KEBAP-Geschichtsbuch eingegangen.

Und was begeistert sie auch nach fünf Jahren noch?, frage ich zum Abschluss. „Das spontane Improvisieren und unsere Vision, die so viele Leute begeistert. Es macht einfach Spaß, mit vielen Leuten aus unterschiedlichen Feldern und mit verschiedenen Perspektiven zusammenzuarbeiten, auch wenn es mitunter anstrengend ist.“ Man darf gespannt sein, was Karin als Nächstes ausheckt. Gerüchten zufolge ist schon etwas in Planung.

Maren Preiß

 

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