Wer sind eigentlich die Menschen hinter KEBAP? Ab sofort stellen wir in lockerer Reihenfolge eine Person aus dem Projekt vor – denn es gibt so viele wunderbare Menschen hier, deren Geschichten ansteckend wirken, motivieren oder einfach Lust machen, selbst mitzumachen.

Ilse Frank

„Nicht meckern, um was zu verhindern, sondern tun, um etwas zu bewirken“

Ilse ist von uns allen am längsten dabei. Mit 74 Jahren ist sie auch das älteste Mitglied. Sie hat das Projekt von Anfang an begleitet und viele Jahre über unsere Finanzen gewacht. Besondere buchhalterische Expertise konnte sie damals nicht vorweisen, „aber ich hatte ja meinen gesunden Menschenverstand“, erzählt sie. Neues umarmen, lernen, wachsen – das ist Ilse.

Angefangen hatte alles im November 2011. Der KEBAP-Verein wurde gegründet, und Ilse wurde Mitglied. „Ich wollte nicht meckern, um was zu verhindern, sondern etwas tun, um Positives zu bewirken“, erzählt sie. Es war die Zeit, als man in Hamburg um die Rekommunalisierung der städtischen Energienetze rang. Zusammen mit einer Freundin sammelte sie damals Unterschriften – erst für ein Volksbegehren, dann für einen Volksentscheid. Erfolgreich, wie man heute weiß. Die Hamburger Energienetze befinden sich auch dank Ilse mittlerweile in kommunaler Hand.

Mit den Global Playern hatte sie es nie. „In den Siebzigerjahren hätte ich für Esso und Shell arbeiten können, erzählt sie, die zu jener Zeit mathematische Programme geschrieben hat. „Aber für diese Firmen wollte ich nicht arbeiten. Ich war immer jemand, der gern die Umwelt schützt.“ Nach einer langen Erziehungszeit hat sie dann noch einmal ganz neu angefangen und eine Ausbildung zur Altenpflegerin absolviert. Neues umarmen, lernen, wachsen.

Heute fährt Ilse zweimal in der Woche in den KEBAP-Garten, um sich mit viel Zuwendung und Fachwissen um die Beete zu kümmern. Sie jätet Unkraut, sät, gießt, mulcht, erntet, am liebsten mit anderen zusammen. „Ich bin Rentnerin und habe keine Lust, immer zu Hause zu sitzen und mich nur um mich selbst zu drehen“, sagt sie. „Bei KEBAP habe ich das Gefühl, ein sinnvolles Projekt zu unterstützen.“

Gelassenheit, Geduld und grüne Daumen: Ilse Frank

Wenn sie mit ihrer Gartenarbeit beginnt, sammelt sie als Erstes den Müll ein, der sich im Garten angesammelt hat. Räume nicht nur ästhetisch, sondern auch energetisch zu reinigen, war Ilse schon immer ein Bedürfnis. In der Anfangszeit des KEBAP traf sie sich zusammen mit anderen Frauen im Bunker, um dort zu meditieren. Heute sammelt sie Kraft in Schweige-Retreats. Und wenn sich heute an einem Gartentag in der Pause alle zum Kaffeetrinken an den großen Tisch setzen, um ein bisschen zu schnacken und sich gemeinsam über den Kuchen herzumachen, den jemand mitgebracht hat – dann fühlt sie sich lebendig. (Wir anderen auch.)

Als ich sie nach den Höhepunkten in ihrem bisherigen Vereinsleben frage, kommt die Antwort prompt: „Der Moment, als wir den Schlüssel für den Bunker bekamen und wir ihn das erste Mal betreten durften. Denn darauf hatten wir jahrelang gewartet, ähnlich wie jetzt auf die Freigabe der Mittel. Wir hatten damals das Gefühl, jetzt geht es endlich in die Realisierung.“ Ging es dann aber doch nicht. „Erst Jahre danach haben wir uns in der zweiten Bunkerhälfte getroffen, um sie mit neuem Leben und Energie zu füllen und sie uns zu eigen zu machen“, erzählt sie. In diese Hälfte soll in naher Zukunft ein Wärmekraftwerk einziehen, das die Nachbarschaft mit Energie versorgt. Die Mittel sind zugesagt, nur fließen tun sie noch nicht.

Dass Ilse über das lange Warten die Geduld verlieren könnte, davon ist nicht auszugehen. Abwarten und Blumen gießen. Und weiter das tun, was Sinn stiftet und Freude macht. Typische Ilse-Nachrichten in der Garten-Chatgruppe lesen sich so: „Habe noch eine kleine Akelei und zwei Perlhyazinthen in das niedrige Beet vor den Rocketstoves gepflanzt.“ Oder: „Ich komme gegen 14.15 Uhr und bringe auch noch einige Blumen für das Parkbeet mit. Die können sich dann verbreiten und aussäen.“

Am Ende unseres Gesprächs frage ich sie noch, was sie sich für die Zukunft ihres Vereins wünscht. „Dass wir endlich in die Realisierung kommen und für die Bauphase das nötige Geld zusammenbekommen“, sagt sie. Am Samstag ist sie wieder im Garten.

Maren Preiß

 

Ilse und das Garten-Team im Jahr 2018

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