Wer sind eigentlich die Menschen hinter KEBAP? Ab sofort stellen wir in lockerer Reihenfolge eine Person aus dem Projekt vor – denn es gibt so viele wunderbare Menschen hier, deren Geschichten ansteckend wirken, motivieren oder einfach Lust machen, selbst mitzumachen.

Seit vergangenem Jahr ist Hana Lotzer im Bunker aktiv, seit dem Frühjahr gehört sie zum Vorstand – weil sie Stadt nicht nur denken, sondern gestalten will. Sie studiert Urban Design im Master und absolviert bis März ein Praktikum in Hanoi. Ihr Ziel dort: aus nächster Nähe zu erleben, wie sich Städte jenseits theoretischer Modelle verändern.

Hanoi ist laut, dicht und in Bewegung – und gerade deshalb ein interessanter Ort, um Stadtentwicklung zu beobachten. Mitten in dieser Dynamik absolviert Hana Lotzer diesen Winter ein Praktikum, um konkret zu sehen, wie Städte mit Klimaanpassung, Flächenknappheit und Gemeinschaftsräumen umgehen. Nicht auf dem Papier, sondern im Alltag. Dachgärten entstehen auf Wohnhäusern, kleine schattige Aufenthaltsräume werden gemeinschaftlich betrieben, Begrünung ist weniger Gestaltungsfrage als Überlebensstrategie. Genau solche Ansätze interessieren Hana.

Wer mit ihr spricht, merkt schnell: Sie interessiert sich nicht nur für Gebäude, sondern für das, was dazwischen liegt. Ihre Sprachkenntnisse und familiären Verbindungen vor Ort ermöglichen ihr einen unmittelbaren Zugang zur Stadtgesellschaft – ein Vorteil, der Einblicke eröffnet, die über rein planerische Perspektiven hinausgehen. Und sie sieht, wie Menschen Räume gestalten, wenn Ressourcen knapp sind, aber Gestaltungsspielraum gemeinschaftlich entsteht.

Ihr Weg dahin begann mit einer spontanen Entscheidung: einem Architekturstudium in Hannover. Für Hana war das weniger ein klassischer Ingenieursweg als eine Schnittstelle zwischen Kreativität und Handwerk, zwischen Entwurf und Umsetzung. Architektur war für sie nie nur ein Gebäudeplan, sondern immer auch eine soziale Frage: Wer nutzt diesen Raum – und zu welchem Zweck?

Heute studiert sie Urban Design, um genau diese Fragen weiter zu verfolgen. Nicht: Wie sieht eine Stadt aus? Sondern: Wie entsteht sie? Wer gestaltet mit? Welche Rolle spielt Gemeinschaft in Zeiten von Klimawandel, Flächenknappheit und sozialer Fragmentierung?

Warum Hana Räume nicht einfach gestaltet

Schon während ihres Studiums suchte sie aktiv nach Projekten, die diese Fragen praktisch verhandeln. Sie arbeitete an einer mobilen Raumintervention mit, engagierte sich bei einem Kulturfestival im ländlichen Raum und ist Teil von Architects for Future. Immer ging es darum, Räume nicht nur zu gestalten, sondern zu öffnen.

Zum KulturEnergieBunker kam Hana über das Kollektiv Botanica Urbana – auf der Suche nach einer Dachfläche für ein rückgebautes Gewächshaus. Sie blieb, weil der Bunker kein fertiges Projekt ist, sondern ein gemeinsamer Prozess: Energie, Nachbarschaft, Ernährung und Stadtraum als zusammenhängende Zukunftsaufgabe. „Der Bunker ist für mich spannendes Objekt und Konzept zugleich – und die Menschen hier sind so herzlich und engagiert, dass man gar nicht anders kann, als mitzumachen“, sagt sie.

Was Hana gerade in Hanoi erlebt, bestätigt ihren Ansatz: Stadtentwicklung funktioniert dann, wenn Menschen anfangen, ihre Umgebung als gestaltbar zu begreifen. Begrünte Dächer gegen Hitze, gemeinschaftliche Räume auf engstem Raum, nachhaltige Lösungen aus dem Alltag heraus – viele dieser Ideen lassen sich auf den Bunker übertragen, nicht eins zu eins, aber als Prinzip: Stadt entsteht dort, wo jemand anfängt.

Fabian Grimm

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