Wir bauen eine Außenholztoilette mit Trenneinsatz zur Trennung von Urin und Feststoffen.

Eine Komposttrenntoilette trennt mit einem Trenntoiletteneinsatz Urin und Fäz. Der Urin wird mit Hilfe eines Schlauchs in einen Kanister geleitet. Der Fäz fällt in ein Gefäß und wird mit Sägespäne, vermischt mit Holzkohle abgedeckt. Klopapier kommt vollständig mit in den Eimer. Das sorgt für ausgeglichene Feuchtigkeit und Regenwürmer fressen Papier mit Begeisterung.
Durch die Trennung wird der sonst typische Ammoniakgeruch vollständig verhindert.
Der Fäz wird zusätzlich durch die eingebrachten Kohlenstoffe (Papier, Sägespäne, Holzkohle) getrocknet und belüftet.Frische Gerüche werden zusätzlich durch ein Abluftrohr nach oben geleitet.

Warum bauen wir eine Trenntoilette?
Wir möchten unsere vorhandene Kompostlandschaft ( Kompost aus Grünabfällen und Wurmkiste, betrieben mit Küchenabfällen) aktuell um eine Trenntoilette erweitern, um eine Toilette für BesucherInnen vor Ort zu haben.
Wir möchten aber auch die Ressource Wasser schützen. Bei einer Trenntoilette wird kein Wasser benutzt. Bei einer Wassertoilette werden zunächst einmal große Mengen an Wasser (meistens Trinkwasser) benötigt. (Wasser zum Spülen beim Endverbraucher und Wasser um die Rohre zu durchspülen) Die Verunreinigungen müssen dann in einer Kläranlage mit hohem Energieaufwand wieder herausgelöst werden. Das Endprodukt fließt in unsere Flüsse, aus denen teilweise wieder Trinkwasser entnommen wird (Beispiel: Berlin an der Spree).

 

Bei einer Trenntoilette wird nicht nur kein Wasser benötigt, sondern der wertvolle Rohstoff Urin wird in den Kreislauf zurück geführt:Urin, den der Mensch in einer Menge von ca. 500 Litern pro Jahr ganz nebenbei produziert, ist reichhaltig an Stickstoff, Phosphor (unsere natürlichen Phosphorreserven werden nach Schätzungen von „Experten” in etwa 50 Jahren erschöpft sein) und Kalium. Dies sind die 3 Bestandteile aus denen auch der Handelsübliche NPK Pflanzendünger aus dem Baumarkt oder der Drogerie besteht. Mit Urin gedüngte Nutzpflanzen liefern etwa den vierfachen Ertrag an Früchten im Vergleich zu ungedüngten Pflanzen. Somit ist Urin nahezu ebenso effektiv wie Kunstdünger aus dem Handel, kostet dafür aber weitaus weniger
http://www.psyflex.de/urin-der-vergessene-superduenger/

Diese Bestandteile im Urin werden im traditionellen Wassertoilettsystem unwiederbringlich aus dem Kreislauf entfernt. Sie enden im Klärschlamm, der zum Schluss verbrannt wird. Eine Rückgewinnung ist sehr aufwendig. In der Schweiz werden bereits Verfahren zur Rückgewinnung erprobt, weil die Schweiz große Mengen Phosphor zum Düngen importieren muss.

Bei einer Trenntoilette werden die Stoffströme nicht vermengt. Eine Trenntoilette schließt diese Stoffkreisläufe. Fäkalien bestehen aus dem Besten, das unsere Umwelt hervorbringt, denn der Mensch nimmt sie zu sich.
Der Urin wird extra gesammelt. So entsteht keine Vermischung. Der Urin, der direkt auf die Erde aufgebracht wird, kann in einer Verdünnung 1:10 als Schnelldünger benutzt werden.

Die Fäkalien mit dem Toilettpapier können kompostiert und in Humus rückverwandelt werden. Humus wird weltweit durch Bodenerosionen immer weniger. Bodenerosionen haben bereits Humusflächen in der Größe von Indien und China vernichtet (1,2 Milliarden Hektar) David R. Montgomery: Dirt – The Erosion of Civilizations. 2012 . Die weltweite Abnahme der Humusschicht kann nur durch qualitativ hochwertige Erde (Schwarzerde) regeneriert werden.

Wir möchten die Trenntoilette als Lehrbeispiel der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. BesucherInnen, Interessierte und unsere Kontakte zu Schulen, Universitäten und Wohnprojekten können vor Ort ein Anschauungsobjekt besichtigen und aus unseren Fehlern lernen.

Resümee, Juni 2016
Die Trenntoilette funktioniert einwandfrei. Wir nutzen eine Pilzkultur, um den Urin zu fermentieren. Der Urin (1:10) wird zusammen mit Brennesseljauche (1:10) und Wurmtee (1:50-100) aus der Wurmkiste ein- bis zweiwöchtlich verdünnt auf die Beete aufgebracht.

Dem Fäkalienkompost werden in regelmäßigen Abständen (am besten wöchentlich) Gründüngungsanteile zugegeben. (Das Verhältnis sollte in allen Komposten etwa 40% Grünanteile zu 60% Kohlenstoffen, wie Papier, Pappe, Holzhackschnitzel oder Sägespäne betragen). Demnächst wird er umgelagert und mit Würmern versetzt noch mal 1 Jahr liegen.

Veranstaltungen

Bilder aus dem Workshop zum Bau der Trenntoilette

Weitere Fotos findet ihr auf unserer flickr-Seite

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