Im Rahmen unseres Programms „Eine Klimaküche für Altona“ haben wir  für euch Geschichten aus dem Garten, saisonale Rezepte, Bauanleitungen und Wissenswertes rund um Stadtnatur und ein nachhaltiges, solidarisches Leben zusammengestellt.

Diesmal: Der Garten im März – Zum Nachdenken: Saatgut – Zum Beobachten: Altonas Vogelwelt – Zum Nachbauen: Vogelhäuser – Zum Nachkochen: Wildkräutersalat

Der Garten im März

Anfang März findet jedes Jahr eine Saatguttauschbörse im Centro Sociale statt, in der alle ihr selbst hergestelltes Saatgut tauschen können. In der Gartengruppe suchen wir daher Saatgut aus, das wir gegen andere Samen tauschen möchten und geben es denjenigen mit, die Zeit und Lust haben, damit in den Saatguttausch zu gehen.
Beim Kauf und Tausch von Saatgut wird sehr genau darauf geachtet, dass es frei von jeglicher Gentechnik ist. Auch manche Biofirmen verkaufen Hybridsorten, was für uns nicht in Frage kommt. Nicht alles was „Bio“ heißt, ist auch wirklich Bio. Kaufen wir Samen, dann von Dreschflegel oder Bingenheimer Saatgut.
Außerdem suchen wir uns Tomaten-, Paprika- und Chilisamen aus, die wir in den eigenen Wohnungen vorziehen wollen.
Ende März muss auch der Anzuchttag auf dem Hof vorm Deich vorbereitet werden. Der Hof vorm Deich ist ein kleiner Gemüsehof in den Vierlanden, der sich auf die Rettung von alten Tomatensorten und die Zusammenarbeit mit den Urban-Gardening-Projekten in Hamburg spezialisiert hat. Jedes Jahr im Frühjahr dürfen die Urban-Gardener ihr Gemüse in dem großen Gewächshaus vorziehen, in dem später die Tomaten reifen. Denn in der Stadt ist zu wenig Platz für so viele Gemüsesetzlinge! Daher finden sich an einem vorgegebenen Termin Leute von KEBAP und dem Gartendeck dort ein und säen ihre Gemüsesamen in die Töpfchen.
Inzwischen haben wir auch ein Anzuchtregal (ein Schrank mit Folientüren) im Garten gebaut, das zwar nach wie vor nicht die immensen Mengen an Setzlingen aufnimmt, die wir im Frühjahr haben, aber im laufenden Jahr den nachgezogenen Setzlingen ein Zuhause bietet.
In die Beete müssen jetzt auf jeden Fall Spinat, dicke Bohnen, und wenn es warm genug ist, können auch Palerbsen, Möhren und Pastinaken gesät sowie Zwiebeln gesteckt werden.

Mehr zum Thema Saatgut: Zum Nachdenken: Saatgut

 

Zum Beobachten: Altonas Vogelleben oder Wo der Zaunkönig regiert

Woran erkennt man beim Vogel, ob es ein Männchen oder ein Weibchen ist? Dreimal raten. Und woran erkennt man, was der Vogel am liebsten frisst? Am Schnabel.
In Zeiten des menschengemachten Artensterbens – an dem vor allem die Agrarindustrie maßgeblich beteiligt ist – sollten wir viel mehr auf die Schnäbel gucken, auch im wörtlichen Sinne. Insektenfresser müssen keine Nüsse knacken.
Bei uns herrscht ein Zaunkönig, zu aller Freude. Es ist einer der kleinsten Vögel des Gebietes, aber hat etwas Gebieterisches an sich, wenn er laut schmetternd mit einem harten Triller, mit lebhaftem Gesang auch im Winter die Raumnahme an der Schomburgstraße klärt. So ein Zaunkönig braucht dichtes Gebüsch, das sollte also bei aller menschenfreundlichen Umgestaltung des Terrains erhalten bleiben. So ein Zaunkönig ernährt sich ganzjährig hauptsächlich von tierischer Nahrung, von Spinnen, Weberknechten, Milben, Asseln, Tausendfüßern und Insekten wie Nachtfaltern, Libellen, Ohrwurm, Wanzen, Ameisen, Mücken, Schmetterlingen, Fliegen. Nur manchmal vertilgt er eine Holunder- oder Himbeere. Da haben wir schon das Problem. Werden die Insekten weggespritzt, hilft kein Vogelfutter, es geht den insektenfressenden Vögeln an den Kragen. Nicht nur dem Zaunkönig. Auch der Vogelfamilie der Fliegenschnäpper, zu denen auch unser heißgeliebtes Rotkehlchen, das die Gartenarbeit beaufsichtigt, und der Hausrotschwanz gehören. Was tun? Auf alles verzichten, was unter dem Einsatz von Pestiziden angebaut wurde. Und auch auf das Saatgut achten. Experten befürchten, dass das Artensterben zu einem großen Teil auf gebeiztes Saatgut zurückgeht. Bis Menschen diese Produkte der Agrarindustrie verzehren, sind alle Rückstände – nein nicht verschwunden – im Erdreich und in den biologischen Kreisläufen gelandet. Was noch? Die Buschbrüter können mit noch so liebevoll gebauten Vogelhäusern, die ja in der Natur verlorengegangene Höhlen imitieren, nichts anfangen, denn sie hausen im Gebüsch. Wir müssen ihnen also im Walter-Möller-Park und anderswo andere Nistgelegenheiten verschaffen, die Hecken nicht scharf und vor allem nicht in Kastenform (wenn schon, dann in Pyramidenform) zurückschneiden; überhaupt Hecken und Knicks, möglichst aus einheimischen, beerentragenden Sträuchern anlegen.

Bericht und Anleitung zum Vogelhausbau: Zum Nachbauen: Vogelhäuser

 

Zum Nachkochen: Die ersten Wildkräuter! Frühlingssalat „Wildes Altona“

Du brauchst: 1 Salatsieb gemischte Wildkräuter, in zartem Stadium gepflückt, und jemanden, der sie genau bestimmen kann: Giersch, Löwenzahn, Sauerampfer, Vogelmiere, Brennnessel, Knoblauchrauke, Scharbockskraut (vor der Blüte!), Gundermann (wenig); neutrales Öl ohne zuviel Eigengeschmack; Apfelessig; Salz
Auf Wunsch: etwas Sahne.

Du wäschst die Blätter. Falls es kurz vorher geregnet hat, kannst du dir dies sparen. Wenn du zu wenig wildes zartes Grün gefunden hast, mischt du einige Salatblätter dazu. Rühre eine möglichst milde Salatsauce an und verfeinere sie vielleicht mit etwas Rahm – so kommen die individuellen Aromen der Wildblätter zur Geltung.

 

Das Projekt „Eine Klimaküche für Altona“ wurde im Rahmen des Förderprogramms „Kurze Wege für den Kliamschutz“ der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert.

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