Im Rahmen unseres Programms „Eine Klimaküche für Altona“ stellen wir seit dem letztem Jahr für euch Geschichten aus dem Garten und saisonale Rezepte zusammen. Diesmal:

Der Oktober im KEBAPgarten

Immer noch ernten wir Mangold, Kohl, Kürbis, Rote Bete und Kartoffeln. Wir ernten auch noch die letzten Tomaten und Paprika. Die Saatguternte geht dem Ende entgegen; hier und da gibt es noch Mangold-, Petersilien-, Sellerie- und Möhrensamen. Das Saatgut muss ich dann zu mir nach Hause bringen, um es über den Winter endgültig zu trocknen, einzusortieren und zu katalogisieren, bevor es auf den Dachboden in die Winterruhe geht.
Wenn im Herbst das meiste abgeerntet ist, sollte nochmal reifer Kompost auf die Beete ausgebracht werden. Außerdem muss der Kompost vor dem Winter noch einmal umgesetzt werden. Auch mulchen ist immer wieder wichtig. Jetzt fallen die ersten Blätter von den Bäumen, so dass sich das teilweise von selbst erledigt. Allerdings sollte man das Laub mit anderen Mulchmaterialien mischen. Eichenlaub ist nicht für Mulch geeignet, da es zu viel Gerbsäure enthält.
Solange es nicht regnet, wird auch weiterhin gekocht. Wenn es kalt ist, ziehen wir uns warm an und machen zusätzlich eine Feuertonne an. So schaffen wir es meistens bis in den November. Überschüssige Ernte kann auch noch eingekocht und haltbar gemacht werden, z.B. Kürbisse, Zucchini, Tomaten, Kohl und Äpfel.
Wir haben auch Apfelbäume bei uns, die wir vom Gartendeck bekommen haben, als dieses umziehen musste. Die ersten Äpfel können jetzt geerntet werden, wenn sie nicht vorher schon abgefallen sind oder geklaut wurden. Diese Äpfel schmecken dann natürlich besonders gut!

 

Zum Beobachten (so heißt jetzt unsere Rubrik zu Botanik und Tieren): In Topf und Tee statt in den Tank

Die solidarische Landwirtschaft Vierlande erzeugt so leckere Maiskolben! Nicht für den sogenannten Biodiesel, der hat die Vorsilbe Bio als Verursacher der heftigsten Landzerstörung fast aller Zeiten wirklich nicht verdient! Sondern für leckere Maisgerichte. Mais enthält von allen Getreidearten am wenigsten Eiweiß. Lange Zeit wunderten sich die weißen Medizinmänner in Amerika, wie die Indianer in Südamerika bei ihrer vorwiegend aus Mais bestehenden Ernährung gesund bleiben konnten, bis sie bemerkten, dass die Indianer stets Mais und Bohnen zusammen essen. Bohnen enthalten reichlich das fehlende Eiweiß.
Mais (Zea mays) – in einigen Regionen auch Kukuruz genannt – entstammt der Familie der Süßgräser (Poaceae). Die einjährige und kräftig gebaute formenreiche Pflanze kann eine Wuchshöhe von bis zu drei Metern erreichen und trägt in der Regel zwei von Hüllblättern umschlossene Kolben, die in acht bis sechzehn Längsreihen mit goldgelben Maiskörnern besetzt sind. Das süßlich schmeckende Gemüse wird in unzähligen Rezepten weltweit verwendet und dient in Südamerika schon lange als Grundnahrungsmittel.
Mais ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Erde. Bereits vor 5000 Jahren wurde die markante Pflanze mit dem Bart in Mittelamerika, von Mexiko bis Peru angebaut. Erst 2008 stellte man fest, dass das Wildgras „Teosinte“ die Urform und Ausgangssorte des Mais darstellt. Erst durch Züchtung gelang es, die ursprünglich frostempfindliche Maispflanze auch in kälteren Regionen zu kultivieren. Mittlerweile zählt Mais zu den Hauptgetreidearten in tropischen und subtropischen Regionen der Erde. In Mitteleuropa wird Mais erst seit 1970 großflächig angebaut. Er gedeiht am besten in sonniger Lage mit hohem Lichtangebot und bevorzugt nährstoffreiche Böden, die niemals ganz austrocknen dürfen. Um seine Befruchtung durch den Wind sicherzustellen, werden immer mehrere Reihen ausgesät. Mais ist weltweit die wichtigste Stärkepflanze. Und Stärke als Kohlenhydrat macht ja nicht nur für Sportler*innen Dampf, auch Gärtner*innen.

Botanisch unterscheidet sich die mittlerweile auch bei uns heimische Gemüsepflanze von Getreidearten wie Weizen, Gerste oder Roggen durch ihre „Getrenntgeschlechtlichkeit“. Die männlichen Blüten in Rispenform entwickeln sich am oberen Ende der Sprossenachse. Die weiblichen Blüten hingegen wachsen umhüllt von Hüllblättern als Kolben am unteren bis mittleren Bereich der Pflanze. Während der Blütezeit hängen aus den Spitzen der Blätter zweispaltige fadenförmige Narben heraus.
Der unverwechselbare „Maisbart“ (Maydisstigma) auch Maisgriffel oder Maishaare genannt eignet sich für Maishaartee. Der soll sich positiv auf Gesundheit und Wohlbefinden auswirken. In der traditionellen südamerikanisch-indianischen Heilkunde ist Maishaar schon ewig als natürliches Heilmittel bekannt. Die Inhaltsstoffe sind: ätherisches Öl, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Saponine, Salizylsäure, Alkaloide, B-Vitamine, Vitamin C, Vitamin K und Mineralstoffe. Es hat einen leicht süßlichen Geschmack, wirkt harntreibend, entschlackend, stimmungsaufhellend und antiseptisch Wirkungund ist vielseitig verwendbar. Niere, Leber, Blase und Gallenblase werden durch die harntreibende Wirkung unterstützt. Auch bei Arthritis, Rheuma und Menstruationsbeschwerden kann Maishaar helfen. Durch den Gehalt an ungesättigten Fettsäuren wirkt Maishaartee positiv auf den Fettstoffwechsel und soll dabei helfen können, Blutdruck und Blutzuckerspiegel auf natürliche Weise zu senken und krampfartige Schmerzen in der Gebärmutter lindern. Wichtige B-Vitamine in den Maishaaren mindern das Risiko von Herzleiden und Krebs. Eine schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkung hingegen haben die enthaltene Salizylsäure und Vitamin K. Weiterhin hemmt Maishaar Müdigkeit, da eine Umwandlung von Nahrung in Energie begünstigt wird. Zusätzlich wird das Nervensystem unterstützt. Meine Heilpraktikerin schwört auf Maishaar bei Magenleiden.
Für die Tee-Zubereitung einen Esslöffel zerkleinertes Maishaar mit 150 ml kochendem Wasser übergießen und 5 Minuten ziehen lassen. Abseihen und über den Tag verteilt 3-4 Tassen davon trinken. Wohlsein!

 

Zum Nachkochen: Kürbis und Kranich

Besonders gut in dieser westöstlichen Kürbissuppe macht sich der Butternut, der hat sowas Cremiges. Welche Kürbisse dir auch immer vor die Füße rollen, wir empfehlen, sie zu schälen, wenn nötig, und in kleine Stücke zu schneiden. Dann schnappst du dir auf einen Kilo Kürbisfleisch – bleiben wir für den Hausgebrauch mal bei einem Kilo Kürbis, wir brauchten an diesem Herbsttag, an dem die Kraniche über uns Schnibbler*innen und Rocket-Stove-Heizer*innen ihre Bahn zogen, etwas mehr – zwei Pastinaken und schneidest sie auch in Würfel, hackst eine Zwiebel und ein Stück Ingwer, zerschneidest einen großen Apfel (Boskop ist besonders gut dafür, wir haben diese kleinen etwas bitteren Äpfel aus dem benachbarten Park genommen, die zum Rohessen nicht so lecker sind). Dann erwärmst du passendes Öl und dünstest Zwiebel und Ingwer und eine am besten selbst hergestellte und frisch gemahlene Gewürzmischung aus Pfeffer, Senfsaat, Kreuzkümmel, Fenchelsamen, Zimt, Pimentkörnern und getrockneter Orangenschale (stammt bei uns von den Orgiva-Orangen), brätst dann Pastinaken- und Apfelwürfel mit an, fügst die Kürbiswürfel hinzu, gießt Wasser an, lässt das Ganze aufkochen und dann zugedeckt bei schwacher Hitze zehn Minuten garen. Abschmecken kannst du mit Balsamessig (Aceto Balsamico) und Sojasauce. Und dann wieder nach den Kranichen schauen. Das ist ja das Schöne bei der herbstlichen Outdoor-Küche.

 

Das Projekt „Eine Klimaküche für Altona“ wird im Rahmen des Förderprogramms „Kurze Wege für den Kliamschutz“ der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert.

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