Hinauf in den 5. Stock des Hochbunkers in der Schomburgstraße. Hinein in das Ausstellungskabinett, das mit vielerlei Exponaten von „Stein & Raum“ aufwartet. Nach wochenlanger Recherche in den tiefsten Tiefen des Staatsarchivs darf gestaunt werden über Pläne, Akten, Briefkorrespondenz rund um die Vita des Bunkerbaus. Das Publikum tastet sich staunend von Skizzen und Entwürfen zu Grundrissen, die von den Tätigkeiten des Amtes für kriegswichtigen Einsatz seit 1941 zeugen. Doch die Geschichte des Baus endet nicht 1945. Die Ausstellung offenbart auch Kostenanschläge für Instandsetzung und letztlich Umbau als ABC-Schutzbunker im Kontext des Kalten Krieges. Teils skurril sind manche Details zu lesen; Tabellarisch aufgelistete Baumaßnahmen, versehen mit handschriftlichen Korrekturen, über die der Blick gleitet und immer wieder stockt: „Abdichtungsarbeiten“, „Stück WC-Trennwand einschließlich Stemmarbeiten 225 Mark“, „Unvorhergesehenes 950 Mark“ … Verteilt im Raum blitzen Pappschilder auf, die Auskunft geben über Stück- und Gesamtpreis von Lüftungsrohren, Verschlusskappen. Darüber hinaus geben sie den zeitgemäßen, vor allem vermeintlichen Schutz preis.

Still in einer Ecke des Kabinetts, nur von zwei Schreibtischlampen beleuchtet, laden Fotos, Lupe und Pinnwand zur Detektivarbeit. Das historische Puzzle „Zwischennutzung 50er Jahre“, das in die Bereiche Spedition und Lagerung führt, will zusammengefügt werden.

In der Mitte thront schließlich auf einem Sockel aus Strahlenschutzsteinen das Modell (1:50), welches den Weg weist und Aufbruch verheißt. Hier veranschaulicht sich eine der vielen Perspektiven in die zukünftige Nutzung des Hochbunkers – unter anderem als Ausstellungsort der Historie. Und mehr noch ist dieses Modell eine herausfordernde Einladung zum Pendeln an einer dynamisch-brüchigen Bau- und Denkkante.

Großer Dank an Nathalie für Recherche, Konzeption und Umsetzung!

Es finden noch zwei weitere Ausstellungsbegehungen statt:
Sonntag den 05.03.2023 von 15 – 17 Uhr und
Samstag den 18.03.2023 von 15 – 17 Uhr

Speziell zum Sonntagstermin seid bitte pünktlich. Wegen geschlossen zu haltender Bunkertüre ist nur ein Einlass zur vollen Stunde möglich, also um 15 und 16 Uhr.

Auf einigen Fotos in diesem Beitrag sind Archivgüter aus dem Staatsarchiv Hamburg abgebildet:

  • Staatsarchiv Hamburg, 136-1_5813: Band 1: Hochbunker Schomburgstr. 6-8, 1957-2004
  • Staatsarchiv Hamburg, 136-1_5814: Band 2: Hochbunker Schomburgstr. 6-8, 1958-1969
  • Staatsarchiv Hamburg, 322-3_B45: Bestimmungen über den Bau von Luftschutzbunkern und Splittterschutz 1941-42
  • Staatsarchiv Hamburg, 322-3_B52: Mitteilungsblätter des Amtes für Kriegswichtigen Einsatz über den Bau von Luftschutzanlagen 1941-43
  • Staatsarchiv Hamburg, 322-3_B63a: Lagepläne (1:1000) und Ansichtsaufrisse (M 1:500) von Hochbunkern im Bereich Altona 1943
  • Staatsarchiv Hamburg, 322-3_B55: Vereinheitlichung der Luftschutzbunkerformen 1942

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