Die Meisen im Bunkergarten haben Nachwuchs und die Arbeitsgemeinschaft Urbane Ökologie auch. Zu uns gestoßen ist die stetig wachsende Kinderbande „Spatz & Igel“, die sich freitags zwischen 15 und 18 Uhr vorm Kulturenergiebunker in der Schomburgstraße 6 – 8 trifft, allerhand ausspäht und ausheckt. Jetzt haben die jungen Aktivist*innen eigenhändig und unter maximaler Verschmutzung SEEDBOMBS gerollt: in eine matschige Mischung aus einem Teil Ton – den die Künstlerin Mandy gespendet hat, Dankeschön in die Schanze! – und einem Teil Erde und der richtigen Menge Wasser und vor Ort im Bunkergarten im vergangenen Jahr gesammelten Samen von Nachtkerzen, Königskerzen und Malven haben sie Kugeln gerollt, die es in sich haben und die ihr nun an allen verfügbaren sonnigen Plätzchen fallen lassen sollt. Hier folgen noch die botanischen Steckbriefe:

Nachtkerzen (Pflanzengattung Oenothera) stammen aus Amerika und wurden im 17. Jahrhundert nach Europa eingeführt, wo die ein-, zweijährigen oder ausdauernden Pflanzen seitdem als Neophyten Bestandteil der mitteleuropäischen Flora und beliebtes Insektenfutter sind. Ihren Nektar in den Blütenröhren erreichen nur langrüsselige Tiere, zum Beispiel Falter wie das Taubenschwänzchen und der Nachtkerzenschwärmer, ein Schmetterling mit besonderer Vorliebe für Oenothera-Nektar. Aufs Öffnen der Blüten lauert ihr kurz nach Sonnenuntergang und müsst euch echt fokussieren. Es geht schnell! So eine Geschwindigkeit beim Aufblühen erfolgt, ist bei keiner anderen mitteleuropäischen Pflanze zu beobachten. Für den Duft bleibt ihr dann noch ein Weilchen bei der Pflanze hocken. Erst nach bis zu einer halben Stunde wird der intensiv süßliche Geruch bemerkbar, der manchen Menschen stinkt. Die Nachtkerzen produzieren Hunderte von winzigen Samen pro Blütenrispe, Ihr könnt sie gut auf Eurer Blumenwiese ansiedeln. Alles an dieser Pflanze, von der dicken Wurzel bis zu den Blüten. Und das aus den Samen gewonnene Nachtkerzenöl hilft unter anderem bei Entzündungskrankheiten.

Königskerzen – die Pflanzengattung Verbascum umfasst rund 300 Arten – helfen unter anderem bei Heiserkeit, als schleimlösendes Mittel bei Erkältungen.Der griechische Arzt Hippokrates empfahl sie zur Wundbehandlung, Hildegard von Bingen als als Heilmittel für ein „traurig Herz“. Wie andere Heilpflanzen haben die ein-, zwei- oder mehrjährigen Kräuter viele Namen, sie gelten als „Königinnen im Wiesenvolk“, heißen Donner- und Blitzkerze, Himmelsbrand, Kunkel, Unholdskerze, Wetterkerze, Winterblom, Wollblume oder Wollkraut. Diese wollhaarigen Königinnen schlafen lange. Erst wenn die Sonne hoch steht, öffnen sich ihre Blüten. Sie passen toll auf die Blumenwiese, besonders neben orientalischen Mohn.

Malven wie die Gewöhnlicher Stockrose (Alcea rosea) werden bei uns an der heißen Bunkersüdwand schon mal bis zu zwei Meter hoch. Tee aus Blättern der Wilden Malve (Malva silvestris) hilft bei Reizhusten und aus den getrockneten Blüten der Malven lässt sich ein leckerer Tee bereiten, ihr könnt damit auch färben. Auf diese rosafarbenen über rotvioletten bis schwärzlich roten, selten auch weißen oder gelben Blüten stehen vor allem Hummeln, abgesehen von all den Blumenfreund*innen. An der Pflanze entwickelt sich Stockrosenspitzmausrüssler. Das ist ein Fall für die KEBAP-Kinderbande! Wir übergeben an Lotta, Trille, Bennie, Jesse Rupert und ihre Kolleg*innen. Kommt einfach freitags zwischen 15 und 18 Uhr beim Bunker vorbei. Ihr werdet schon sehen…

Manche der in den Seedbombs verborgenen Blütenpflanzen sind zweijährig, da braucht ihr also Geduld. Wenn ihr die insekten- und menschenfreundlichen Bomben in diesem Sommer werft, blühen sie vielleicht erst im kommenden Jahr. Und manche sind ausdauernd, das heißt, sie blühen dann immer wieder. Insgesamt sind sie alle voll nachhaltig, denn sie säen sich Guerilla-artig selbst aus

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Veranstaltungen

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Schomburgstraße 6-8
22767 Hamburg

Infopoint am Bunker

Jeden Samstag von 15-17 Uhr könnt ihr euch über das Projekt informieren.

Offenes Projekttreffen

Alle 2 Monate findet ein Offenes Projekttreffen statt (siehe Veranstaltungskalender)

Garten & gemeinsam Kochen

Jeden Do und Sa ist von 14–18 Uhr Gartenzeit. Von März bis Dezember kochen wir freitags ab 16 Uhr gemeinsam. Im Winter treffen wir uns an der Feuertonne.

KEBAPkindergruppe Spatz & Igel

Jeden Fr 15–18 Uhr. Alle Altersgruppen sind willkommen.

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Jeden 1. Sa im Monat um 15 Uhr (keine Anmeldung erforderlich).

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